14
Jan

Von Wissensriesen und Umsetzungszwergen

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Heute sind wir alle Wissens­riesen! Was zu frü­heren Zei­ten so­ge­nanntes All­ge­mein­wissen war, ist heute fast tag­aktuell in den Such­maschinen ab­ruf­bar. So er­fahren wir alle auch vie­les von dem Wis­sen, was wir für den All­tag nicht brauchen, z.B. wie viel ein Air­bus 323 wiegt oder wie viel Kängu­ruhs schla­fen. Je kurioser die An­frage ist, desto er­strebens­werter scheint es für Manche zu sein, schnell das Wissen aus dem Netz hervor zu holen und damit fast be­lehrend zu punk­ten, getreu dem Motto: "Mensch, weißt Du das denn nicht!" Des­halb ver­wundert es auch nicht, dass alle wissen, wie Führung geht oder zu­mindest ge­hen soll­te. Weil das kann man ja im Inter­net lesen, was gute Führ­ung aus­macht, was Mit­ar­beiter moti­viert und was sie zu guten Mit­ar­beitern macht. Aber: mit der Um­setzung hapert es dann. Viele Weis­heiten lassen sich nicht eins zu eins auf die kon­krete Situa­tion über­tragen, manche Themen passen eben doch nicht exakt auf die kon­krete neue Frage, aus Erfahrungs­wissen im Netz lassen sich keine Ab­leitungen für neue Situa­tionen oder gar Krisen tref­fen. Des­halb wer­den wir alle zu Um­setzungs­zwergen! Früher, wo Erfahrungen und All­gemein­wissen im Rahmen des mensch­lichen Reifungs- und Lern­prozesses im Ein­klang mit­einander wuchsen, war eine Führungs­kraft, die viel wusste, auch im All­gemeinen gereift und hatte ihr Wissen in der Praxis er­proben können, Er­fahrungen und All­gemein­wissen sind in einem stetigen Pro­zess des Abgleichens ge­wachsen. Heute kann ein Kind, das mit den Such­maschinen um­gehen kann, Wissens­berge an­häufen, aber die mensch­liche Reife und die Ge­legen­heit, Wissen an­zu­wenden und zu er­proben, fehlen, so dass wir immer mehr Her­an­wachsende haben, die mit einer In­telli­genz im Sinne der analy­tischen Fähig­keiten aus­ge­stattet sind, denen es aber an so­zialer Kompe­tenz (= Intelli­genz) fehlt. Die Lösung? Geben Sie Ihren jun­gen Mit­ar­beitern in ver­schiedenen Pro­jekten Ge­legen­heit, das er­worbene Wissen an­zu­wenden und zu er­proben, damit sie im Laufe der Berufs­jahre nicht Um­setzungs­zwerge bleiben, son­dern zu Per­sönlich­keiten heran­reifen können, die nicht nur das Wissen haben, die Auf­gaben der Zukunft zu lösen, son­dern auch die Kom­pe­tenz haben, dies um­zu­setzen. Und das sicher­zu­stellen, das ist Führ­ung! Passen Sie auf sich auf. Ihre Isabell C. Krone
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